Die Trentiner Dolomiten und ihre Besteigung. Die fantastische Dolomitenwelt ist aus dem Meer entstanden und die Fossilien erinnern auch heute noch an ihre Geburt. Die Landschaft ist mild, aus den grünen Wiesen und den waldigen Tälern erheben sich die beeindruckenden Dolomittürme. Eine Landschaft die zum Träumen einlädt: das Reich der Zwerge und Elfen. Unbeschreibliche Farben überziehen die Berge, lassen der Fantasie ihren Lauf und verzaubern die Landschaft. Auf diesem Hintergrund beginnt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts offiziell die Bezwingung der Dolomitengipfel mit der Besteigung des Pelmo durch den Engländer John Ball. Das Interesse für den Alpinismus entsteht in den Westalpen viel eher und konkretisiert sich in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts mit der Eroberung des Mont Blanc (1760). Die erste (nicht dokumentierte) Besteigung in den Dolomiten scheint die der Marmolada zu sein, die einer Gruppe von Priestern im Jahr 1802 gelingt, aber man kann sagen, dass das Phänomen des Bergsteigens sich in den Dolomiten erst gegen Mitte des Jahrhunderts behauptet hat. Die Bewohner der Alpentäler gingen zur Jagd, zum Viehweiden und zum Holz schneiden in die Berge. Aber diese Aktivitäten berührten die höchsten Gipfel nicht, die als unerreichbar galten und wie in einer Aura von Heiligkeit verschleiert schienen. Unter den englischen Pionieren des Alpinismus im Trentino sind die Engländer Francis Fox Tuckett und Lesile Stephen erwähnenswert, die ihre Energie der Entdeckung der Dolomiten unter anderem auch der Brentagruppe gewidmet haben. Nach den ersten Pionieren waren es die deutschen, österreichischen und italienischen Alpinisten, die mit der Entdeckung und der Bezwingung der noch unberührten Gipfel fortfuhren. Seitdem sind die Dolomiten Aktionsraum der besten europäischen und italienischen Kletterer gewesen. Messner, Cassin, Detassis, Maestri, Comici, Bonatti Tito Piaz haben bedeutende Spuren ihrer Touren in den Dolomiten hinterlassen. Die „bleichen Berge“ ziehen noch heute Millionen von Alpinisten aus der ganzen Welt an, sowohl um die Routen der großen Kletterer vergangener Zeiten zu wiederholen, als auch um neue Routen zu eröffnen. Der landschaftliche Rahmen und das milde Klima machen laut Motti die Dolomiten auch für Kletterer zu einem Paradies:
„ Für den Alpinisten gibt es keinen schöneren Spielplatz auf der Welt… In den Dolomiten sind die Zugangswege nie lang und ermüdend. Oft geht man im dichten Wald oder auf dem weichen Teppich der Bergweiden. Die Kletterei erreicht die ästhetische Perfektion des Tanzes.“ (Gian Piero Motti, Geschichte des Alpiinismus, CDA, Herausgeber: Vivalda) Eine kurze historische Übersicht über die Erstbesteigungen der wichtigsten Dolomitengipfel im Trentino
1852 PALON DEL LATEMAR (Latemar, 2812 m.) Grabmair.
1864: PUNTA PENIA (Marmolada, 3343 m.) Paul Grohmann mit A. Dimai und F. Dimai.
1865: CIMA TOSA (Brentadolomiten, 3173 m.) Giuseppe Loss und Gefährten.
1869: SASSO LUNGO (Langkofel, 3181 m.) Paul Grohmann mit P. Salcher und F. Innerkofler.
1870: CIMON DELLA PALA (Pale di San Martino, 3185 m.) E.R. Whitwell mit C. Lauener und S. Siorpaes.
1872: CATINACCIO D’ANTERMOIA (Rosengarten, 3002 m.) C.Comyns Tucker und T.H. Carson mit A. Bernard.
1872: CIMA DI VEZZANA (Pale di San Martino, 3192 m.) D. H. Freshfield und C.C. Tucker.
1874: CATINACCIO (Rosengarten, 2981 m.) C.Comyns Tucker und T.H. Carson mit F. Devouassoud.
1875: SASS MAOR (Pale di San Martino, 2812 m.) H.A. Beachcroft, C.Comyns Tucker mit F. Devouassoud und B. Della Santa.
1882: CIMA BRENTA (Brentadolomiten, 3150 m.) E.T. Compton und A. de Falkner mit A. Dallagiacoma und M. Nicolussi.
1884: CROZZON DI BRENTA (Brentadolomiten, 3123 m.) Karl Schulz und M. Nicolussi.
1885: CAMPANILE ALTO DI BRENTA (Brentadolomiten, 2938 m.) G. Merzbacher mit B. Nicolussi.
1887: TORRE WINKLER (Rosengarten, Vajolet-türme, 2800 m.) Georg Winkler.
1888: TORRE INNERKOFLER (Langkofel, 3081 m.): L. Darmstadter, H. Stabeler, L. Bernard.
1890: PUNTA DELLE CINQUE DITA (Langkofel, 2996 m.) J. Santler, R. H. Schmitt.
1895: TORRE DELAGO (Rosengarten, Vajolet-türme, 2790 m.) Hermann Delago.
1899: CAMPANILE BASSO (Brentadolomiten, 2877 m.) Otto Ampferer und K. Berger.
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